Erinnerungen an die Zeit bei Indianern der Cree First Nation in Manitoba


Ich war Anfang zwanzig, als ich im Rahmen eines NATO-Manövers während meiner Militärzeit einige Wochen in Zentralkanada verbrachte. Dieser erste Kontakt mir der Wildnis Nordamerikas hinterliess einen tiefen Eindruck in mir. Es ergab sich die Gelegenheit, dass ich ausserhalb meiner beruflichen Tätigkeit für das Militär Verbindungen zu einheimischen Mitgliedern eines Stammes der dort ansässigen Cree First Nation und später auch zu Blackfoot-Indians in North Dakota/USA herstellen konnte.

Ich begann mich von wildem Caribou-Fleisch zu ernähren und bohrte bei minus 30 Grad Löcher in's meterdicke Eis, um aus dem See Fische zu fangen. Die Jagd- und Fangbräuche sorgen in der Wildnis für das eigene Überleben und ich sah nie auch nur einen Fisch, der für Geld die Hand wechselte.

Ich erhielt eindrucksvolle Einblicke in das Leben in und mit der wilden Natur, welche mich für mein weiteres Leben stark dahingehend geprägt haben, die Natur und ihre Schätze als Geschenk zu erachten. Ein Gabentisch voller Reichtum, solange man nicht mehr nimmt als man selbst zum Leben braucht. Die Indianer jagen seit jahrtausenden Caribou und anderes Grosswild in den Prairien Zentralkanadas; es bedeutete das Überleben hunderter Generationen. Nur wenige (vermeintliche) Weissagungen anderer Indianer, betreffend der Profitgier und Konsumwirtschaft des "weissen Mannes" (siehe oben), sind heute so aktuell und zutreffend, wie die, welche den Cree nachgesagt wird.


„Wenn der letzte rote Mann mit seiner Wildnis verschwunden und die Erinnerung an ihn nur der Schatten einer Wolke ist, die sich über die Prärie bewegt, werden diese Küsten und Wälder dann noch da sein?

Wird vom Geist meines Volkes etwas übrig bleiben?“


Nach meinem Militärdienst kehrte ich nach Kanada zurück und blieb mehrere Monate bei Familienmitgliedern meiner mittlerweile "anvertrauten" Cree-Frau... Dieses Leben und die Landschaft haben mich innerlich so sehr vereinnahmt, dass ich, freiwillig bei minus 40 Grad Celsius den eisigsten Winter meines Lebens in North Dakota verbrachte, als ich später in die USA übersiedelte - nördlich von Fargo in Grand Forks. Es gibt ein amerikanisches Sprichwort über die Einöde dieser baumlosen Landschaft...:

"Wer in North Dakota auf einem Highway hinter dem Lenkrad einschläft, wird höchstwahrscheinlich erst Stunden später einen Unfall verursachen..."


Iceway